Hilfe für Drogenabhängige: Naloxon-Modellprojekt zügig umsetzen, Prohibitionspolitik aufgeben

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Hilfe für Drogenabhängige: Naloxon-Modellprojekt zügig umsetzen, Prohibitionspolitik aufgeben Klaus Kessler - gruene-fraktion-saar.de
Saarland zur Freigabe des Notfall-Medikaments Naloxon für Drogenabhängige erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler: „Im vergangenen Jahr gab es mit 27 Drogentoten im Saarland so viele wie seit dem Jahr 1992 nicht mehr. Wir halten es vor diesem Hintergrund für den richtigen Weg, für Drogenabhängige das Notfall-Medikament Naloxon freizugeben und im Saarland hierfür ein Modellprojekt zu starten. Laut Angaben der Deutschen AIDS-Hilfe könnte die Zahl der Drogentoten dadurch nachhaltig gesenkt werden. Allerdings erwarten wir auch eine schnellstmögliche Umsetzung dieses Modellprojekts, zumal hier letztlich Menschenleben auf dem Spiel stehen. Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling hatte bereits im September angekündigt, eine Naloxon-Freigabe zu prüfen.

Darüber hinaus müssen wir uns von der bisherigen Prohibitionspolitik in Bezug auf den Umgang mit Drogen verabschieden. Der Deutsche Bundestag hat hierzu heute mit der Freigabe von Cannabis auf Rezept einen ersten Schritt unternommen. Doch weitere müssen folgen. Denn die in Deutschland generell steigende Zahl Drogentoter ist auch ein Ergebnis des blühenden Schwarzmarktes, der sich aufgrund der bisherigen Prohibitionspolitik etablieren konnte. Das zeigt sich besonders am Beispiel der Droge Cannabis, die mehr als ein Drittel der 18- bis 25-Jährigen in Deutschland bereits konsumiert haben. Sie beziehen Cannabis auf dem Schwarzmarkt und laufen damit Gefahr, verunreinigte Produkte zu erwerben oder gar mit härteren Drogen in Kontakt zu kommen. Solche Gefahren ließen sich mit der Entkriminalisierung des Cannabiskonsums und einer kontrollierten Abgabe durch lizenzierte Fachgeschäfte vermeiden.“

Quelle: gruene-fraktion-saar.de

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