Präventiver Opferschutz dank effektiver Nachsorge – Neue forensische Ambulanz in Mainz

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(BJP) „Die Verhinderung neuer Straftaten ist der wirksamste Opferschutz und bietet die beste Sicherheit für die Bevölkerung. Deshalb hat in Mainz eine weitere Forensische Ambulanz ihre Arbeit aufgenommen. Wir verfügen nun über eine flächendeckende ambulante Nachsorge für rückfallgefährdete Straftäterinnen und Straftäter“, erklärte Justizminister Prof. Dr. Gerhard Robbers anlässlich des mit der Johannes Gutenberg Universität Mainz abgeschlossenen Kooperationsvertrages.

Zusätzlich zu den bereits bestehenden justizeigenen Psychotherapeutischen Ambulanzen in Ludwigshafen und Trier sowie der von BIOS BW e.V. betriebenen Psychotherapeutischen Ambulanz Koblenz verfügt das Land Rheinland-Pfalz in Mainz über eine weitere Forensische Ambulanz: In der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz besteht nun eine Behandlungseinrichtung, die wissenschaftlich begründete Diagnostik, Therapie und Beratung von Menschen, die im Rahmen einer psychischen Störung straffällig geworden sind, anbietet. Die Forensisch-Psychiatrische Ambulanz (FPA) behandelt insbesondere Personen, die aufgrund einer gerichtlichen Weisung eine Sexual– oder Gewaltstraftätertherapie auferlegt bekommen haben oder bei denen nach vorzeitiger Entlassung aus dem Strafvollzug ein entsprechender Therapiebedarf besteht.
 
„Die ambulante Behandlung straffälliger Personen mit dem Ziel der Rückfallverhinderung ist der beste Schutz, den wir potentiellen Opfern bieten können. Mit der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz haben wir einen starken und kompetenten Kooperationspartner gewinnen können, der unser bereits bestehendes Netzwerk ideal ergänzt“, betonte Robbers.

„Aus zahlreichen nationalen und internationalen Studien ist bekannt, dass ein therapeutisches Angebot unabdingbar ist, um insbesondere bei Haftentlassenen das während der Haft mit organisatorischem, personellem und finanziellem Aufwand Erreichte abzusichern und zu stabilisieren. Ein Verzicht auf Nachsorge würde in nicht wenigen Fällen bedeuten, die Behandlungsbemühungen des Strafvollzuges ins Leere laufen zu lassen“, erklärte Professor Dr. Wolfgang Retz, Leiter der Forensischen Psychiatrie und Psychotherapie der Johannes Gutenberg Universität Mainz.

Hintergrund dieser Einschätzung ist die Tatsache, dass in den ersten zwölf Monaten nach der Haftentlassung die Rückfallgefährdung am höchsten ist. Hinzu kommt, dass unter Strafgefangenen die Häufigkeit psychischer Störungen deutlich höher ist als in der Allgemeinbevölkerung. Insbesondere dann, wenn die psychische Störung Ursache für die Begehung der Straftat ist, bedeutet der Ausbau von Behandlungsangeboten in der Konsequenz Opferschutz.

Während in den Strafanstalten in den letzten Jahren die Behandlungsangebote zunehmend ausgebaut worden sind, stand für die Fortsetzung der Therapie nach Haftentlassung im Rahmen angeordneter Führungsaufsicht nur ein begrenztes Behandlungsangebot zur Verfügung. „Ich begrüße es deshalb ausdrücklich, dass gefährliche Gewalt- und Sexualstraftäter bei entsprechendem Bedarf eine rückfallvermeidende Therapie erhalten“, so Robbers.

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