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Wenn der Bot die Klage regelt: Chancen und Risiken der „Legal Tech“

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Wenn der Bot die Klage regelt: Chancen und Risiken der „Legal Tech“
(BJP) Wenn der Bot die Klage regelt: Chancen und Risiken der „Legal Tech“.

Wenn von Legal Technology oder „Legal Tech“ die Rede ist, geht es um weit mehr als nur Software für Anwälte. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die berufliche Tätigkeit von Juristinnen und Juristen künftig aussehen wird – denn modernste Digitaltechnologien könnten auch bei Rechtsdienstleistungen nicht nur zunehmend für Entlastung sorgen, sondern den Menschen auch zunehmend entbehrlich machen. Eine hochkarätig besetzte öffentliche Ringvorlesung bündelt wichtige aktuelle Fragen und Entwicklungen rund um Legal Tech und lädt zur Diskussion ein. Vertreterinnen und Vertreter der Medien sowie die interessierte Öffentlichkeit sind uns herzlich willkommen.

Manche Beobachter sprechen bereits davon, dass Legal Tech die Tätigkeit von Juristen so verändern wird wie der Einsatz von Industrierobotern die Tätigkeit von Fließbandarbeitern verändert hat – „durchaus keine Übertreibung“, sagt Prof. Dr. Thomas Riehm vom Lehrstuhl für Deutsches und Europäisches Privatrecht, Zivilverfahrensrecht und Rechtstheorie an der Universität Passau. Gemeinsam mit Dr. Martin Fries (Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht sowie Internationales Recht) und in Kooperation mit dem neu gegründeten Bayerischen Institut für die Digitale Transformation BIDT veranstaltet er erstmals die Ringvorlesung „Legal Tech“, um zu diskutieren, welche Chancen und Folgen sich aus dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Blockchain/Distributed Ledger, Deep Learning und weiterer Digitaltechnologien für juristische Tätigkeiten ergeben können.

Dabei geht es den Veranstaltern nicht allein um das Ausloten und Bewerten der technischen Möglichkeiten: „Die technische Diskussion leitet über zu der philosophischen und soziologischen Frage, was der Einsatz von Legal Tech für die Gesellschaft bedeutet“, so Thomas Riehm. „Wenn Gesetze oder Verträge automatisiert und lückenlos durchgesetzt werden, wenn Urteile mit Hilfe künstlicher Intelligenz vorbereitet werden – wollen wir in einer solchen Gesellschaft noch leben? Oder sind es vielleicht sogar gerade diese Möglichkeiten, die den Zugang zum Recht für Verbraucherinnen und Verbraucher künftig erleichtern?“

Neun Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis erörtern diese Fragen und stellen bereits existierende Praxisbeispiele vor. Den Auftakt macht am 22. Oktober um 18.15 Uhr im Hörsaal 13 (Gebäude Innstr. 33) Prof. Dr. Stephan Breidenbach (Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder) mit einer Einführung ins Thema. Martin Fries ist dankbar, ihn als Referenten gewonnen zu haben: „Stephan Breidenbach ist der absolute Pionier in diesem Bereich. Er hat sich schon theoretisch und praktisch mit Legal Tech beschäftigt, als es das Thema eigentlich noch gar nicht gab. Studierende und Praktiker sollten sich diese Veranstaltung wirklich nicht entgehen lassen!“

Die weiteren Termine:


5. November, Hörsaal 9 (Innstr. 31)


RA Dr. Jan-Eike Andresen (myRight, Berlin): „myRight: Vom Startup zum Legal Companion“

12. November 2018 , Hörsaal 13 (Innstr. 33)


Nico Kuhlmann (Hogan Lovells, Hamburg): „Legal Tech und die Verbesserung des Zugangs zum Recht: Utopie oder Dystopie?“

26. November 2018, Hörsaal 13


RA Michael Grupp (BRYTER, Berlin): „Rechtsautomation und künstliche juristische Intelligenz“

10. Dezember 2018, Hörsaal 13


RA Dr. Markus Kaulartz (CMS Hasche Sigle, München): „Smart Contracts Dispute Resolution“

7. Januar 2019, Hörsaal 9


RA Tom Brägelmann (BBL Bernsau, Brockdorff & Partner, Berlin/München): „KI and the Law: Anwendungen und Perspektiven“

21. Januar 2019, Hörsaal 9


RA Dr. Kathrin Mehler (Commerzbank, Frankfurt/Main): „Legal Tech in der Praxis einer Rechtsabteilung“

28. Januar 2019, Hörsaal 9


Felix Krupar (IOTA Foundation, Berlin): „Blockchain und Distributed-Ledger-Technologie: Grundlagen und Use Cases“

4. Februar 2019, Hörsaal 9


Zoë Andreae (LECARE legal management software, Hamburg): „Legal Software Design“

Veranstaltungsbeginn ist jeweils um 18.15 Uhr.

„Das Thema Legal Tech verbindet und bündelt unsere vier Fakultäten auf der gemeinsamen Forschungsachse ‚Digitalisierung und Gesellschaft'“, so Thomas Riehm. „Wir freuen uns daher sehr, dass wir im Rahmen der Ringvorlesung, die sich ausdrücklich an Studierende und Lehrende aller Fakultäten sowie an die breite Öffentlichkeit richtet, aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen mit so hochkarätigen Referentinnen und Referenten diskutieren können.“
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Bayerischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation (BIDT) statt.

Pressekontakt:
Katrina Jordan
Abteilung Kommunikation und Marketing
Leitung Medienarbeit
Innstraße 41
94032 Passau
Fon. 0851/509-1439
Fax 0851/509-1433
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URL: www.uni-passau.de/kommunikation

Quelle: Pressemitteilung Universität Passau vom 16.10.2018
Bildquelle: pixabay.com
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