Gegen Mobbing an Schulen: Startschuss für das Bundesprogramm

Gegen Mobbing an Schulen: Startschuss für das Bundesprogramm

Gegen Mobbing an Schulen

(BJP) Startschuss für das Bundesprogramm. „Respekt Coaches/Anti-Mobbing-Profis“. Bundesfamilienministerin Giffey und Landessozialministerin Reimann treffen in Hannover mehr als 100 Respekt Coaches

Fast jede Schule in Deutschland hat Probleme mit Ausgrenzung. Außerdem häufen sich Fälle von Gewalt und religiösem Mobbing. Deshalb hat Bundesfamilienministerin Franziska Giffey das Programm Respekt Coaches/ Anti-Mobbing-Profis ins Leben gerufen. Heute gab sie in Hannover gemeinsam mit der Niedersächsischen Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Carola Reimann und der Parlamentarischen Staatssekretärin im BMFSFJ, Caren Marks den offiziellen Startschuss für die Arbeit der mehr als 200 speziell geschulten Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter an aktuell bundesweit 175 Schulen. An der Veranstaltung unter dem Motto „Lass uns reden! Reden bringt Respekt“ nahmen mehr als 110 Respekt Coaches aus dem ganzen Bundesgebiet und Netzwerkpartner des Programms teil.

Bundesfamilienministerin Giffey und Landessozialministerin Reimann diskutierten mit Respekt Coaches sowie mit Schülerinnen und Schülern über die Notwendigkeit des Programms. Franziska Giffey unterstrich: „Wenn Schüler beschimpft oder gemobbt werden, weil sie anders aussehen, einen anderen Glauben haben oder anderer Herkunft sind, dann ist es höchste Zeit zu handeln. Mobbing geht an niemandem spurlos vorbei und kann schlimme Folgen haben: von der Schulverweigerung bis hin zum Selbstmord. Die Respekt Coaches sollen deshalb in Mobbing-Fällen eingreifen, sie sollen aber auch präventiv arbeiten. Es geht darum, jungen Menschen die Werte einer demokratischen und offenen Gesellschaft zu vermitteln, um sie gegen menschenfeindliche Ideologien stark zu machen. Wenn es Probleme dieser Art an der Schule gibt, dann muss darüber geredet und dagegen vorgegangen werden. Und eins ist dabei klar: Reden bringt Respekt.“

Landessozialministerin Reimann betonte: „Zur Prävention gehört auch der Bereich der Konfliktbearbeitung und der politischen Radikalisierung. Mit den Respekt Coaches werden die jungen Menschen vor solche Gefahren geschützt. Denn gefühlte oder tatsächliche Ablehnung kann die Tendenz zur Flucht in Abschottung und Radikalisierung verstärken. Wenn Land, Schulen und Jugendmigrationsdienste hier eng zusammenarbeiten, können wir große Kräfte bündeln. Das Programm setzt genau hier an.“

Die Respekt Coaches unterstützen bundesweit Schulen dabei, Hass und Gewalt gegenüber Andersgläubigen einzudämmen, gegen religiöses Mobbing vorzugehen und Toleranz und Demokratieverständnis zu fördern. Die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Jugendmigrationsdienste setzen das Vorhaben vor Ort gemeinsam mit Expertinnen und Experten der Extremismusprävention und der politischen Bildung um. Sie legen mit den Schulen den konkreten Unterstützungsbedarf fest und erstellen ein Präventionskonzept. Die Bundesländer wurden eng in die Auswahl der Schulen eingebunden.

Im Jahr 2018 stehen für das Vorhaben 20 Millionen Euro bereit. Für das kommende Jahr hat sich die Regierungskoalition bei den Haushaltsverhandlungen erfolgreich dafür eingesetzt, dass – vorbehaltlich der Zustimmung durch das Parlament – die Mittel um drei Millionen Euro erhöht werden. Mit den Mitteln werden seit Schuljahresbeginn über 200 Respekt Coaches an Schulen geschickt, die diese Unterstützung gerne annehmen möchten. Die Respekt Coaches des Bundes sind eine Ergänzung zu den landes- und kommunalpolitischen Maßnahmen für Jugend- und Schulsozialarbeit.

Das Projekt ist Teil des Nationalen Präventionsprogramms gegen islamistischen Extremismus und wird wissenschaftlich begleitet.

Pressekontakt:
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Glinkastraße 24, 10117 Berlin
Telefon: 030/18 555-1061
Fax: 030/18 555-1111
E-Mail: presse@bmfsfj.bund.de
Internet: www.bmfsfj.de

Quelle: Pressemitteilung Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 16.11.2018
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