Kriminologie: Opferstudie zu rechtswidriger Polizeigewalt startet

Kriminologie: Opferstudie zu rechtswidriger Polizeigewalt startet

(BJP) Kriminologie: Opferstudie zu rechtswidriger Polizeigewalt startet. Bochumer Forscher befragen online Menschen, die schon einmal von Gewalt durch Polizeibeamte betroffen waren. Bislang gibt es kaum empirische Daten über Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamte. Das soll sich durch eine Studie der Ruhr-Universität Bochum (RUB) ändern: Am 8. November 2018 starten die Forscherinnen und Forscher eine Online-Befragung von Betroffenen. Sie können anonym in deutscher, arabischer, englischer und französischer Sprache online unter http://www.kviapol.rub.de über ihre Erfahrungen berichten. Opfer von rechtswidriger Polizeigewalt können sich außerdem per E-Mail an kviapol@rub.de melden.

Wer wann Opfer wird

Das Forscherteam unter Leitung von Prof. Dr. Tobias Singelnstein untersucht in dem auf zwei Jahre angelegten Projekt (http://news.rub.de/presseinformationen/wissenschaft/2018-02-28-kriminologie-opferstudie-zu-rechtswidriger-polizeigewalt-startet), welche Personen in welchen Situationen Opfer von rechtswidriger Polizeigewalt werden und welche Faktoren eine Rolle dabei spielen, ob sie Anzeige erstatten oder nicht.

Das Dunkelfeld beleuchten

“Unser Ziel ist es, empirisch fundierte Aussagen über mögliches Fehlverhalten bei polizeilicher Gewaltausübung zu tätigen und das Dunkelfeld des Deliktbereichs zu beleuchten”, sagt Tobias Singelnstein. “Je mehr betroffene Personen an der Befragung teilnehmen, desto größer ist die Aussagekraft.”

Sicherheit für Teilnehmer

Das Projekt garantiert unabhängige Forschung und den Schutz der Anonymität der Teilnehmenden durch vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifizierte Server, die den Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen nach ISO 27001 entsprechen.

Im Anschluss an die Befragung werden die Forscher die Ergebnisse durch Interviews mit Expertinnen und Experten aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen ergänzen.

Förderung

Das Projekt wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert.

Pressekontakt:
Prof. Dr. Tobias Singelnstein
Lehrstuhl für Kriminologie
Juristische Fakultät
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: 0234 32 25245
E-Mail: tobias.singelnstein@rub.de

Quelle: Pressemitteilung Ruhr-Universität Bochum
Bildquelle: pixabay.com