Jahrestreffen der Wirtschaftsprüferkammer Mecklenburg-Vorpommern

Jahrestreffen der Wirtschaftsprüferkammer Mecklenburg-Vorpommern

(BJP) Jahrestreffen der Wirtschaftsprüferkammer Mecklenburg-Vorpommern. Rudolph: Berufsstand der Wirtschaftsprüfer und vereidigten Buchprüfer ist ein Wert unserer Volkswirtschaft und für mehr Wohlstand unverzichtbar. Zum Jahresempfang der Wirtschaftsprüferkammer Mecklenburg-Vorpommern würdigte Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph die Bedeutung der Verbandsmitglieder. „Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer leisten mit der verlässlichen Erfüllung ihrer Aufgaben einen wichtigen Beitrag zum reibungslosen Funktionieren von Wirtschaft und Gesellschaft. Der Berufsstand der Wirtschaftsprüfer und vereidigten Buchprüfer ist ein Wert unserer Volkswirtschaft und für mehr Wohlstand auch in Mecklenburg-Vorpommern unverzichtbar. Aus gutem Grund sind die Anforderungen an den Berufsstand, wie zum Beispiel Gewissenhaftigkeit, Verschwiegenheit und Eigenverantwortlichkeit, besonders hoch“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Wirtschaftsprüfer als Multiplikatoren in der Geldwäscheprävention

Mit dem Gesetz über das Aufspüren von Gewinnen aus schweren Straftaten (Geldwäschegesetz – GwG) soll die Einschleusung illegal erlangten Geldes und sonstiger Vermögenswerte in den legalen Wirtschaftskreislauf verhindert werden. Unternehmen werden danach besondere Pflichten auferlegt, die deren Geschäftsbeziehungen transparent machen sollen. „Hier spüren wir, dass noch Informations- und Aufklärungsbedarf bei Unternehmen herrscht. Ich bitte die Wirtschaftsprüfer und die vereidigten Buchprüfer, in ihren Anstrengungen nicht nachzulassen, Unternehmen davor zu schützen, für Geldwäsche missbraucht zu werden“, betonte Rudolph.

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit ist dabei Ansprechpartner für folgende Verpflichtete: Finanzunternehmen (ohne Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute, Zahlungsinstitute, Investmentaktiengesellschaften und Kapitalanlagegesellschaften), Versicherungsvermittler (sofern sie Lebensversicherungen oder Dienstleistungen mit Anlagezweck vermitteln), Dienstleister für Gesellschaften und Treuhandvermögen oder Treuhänder (sofern sie nicht Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer, Steuerberater oder Steuerbevollmächtigte sind) bei Erbringung bestimmter Dienstleistungen, Immobilienmakler sowie Personen, die gewerblich mit Gütern handeln (Güterhändler). Auf der Internetseite des Ministeriums gibt es einen Überblick über die nach dem Geldwäschegesetz einzuhaltenden Regeln (www.wm.mv-regierung.de → Wirtschaft → Geldwäschegesetz).

Examen soll modularisiert werden, um Branche für Fachkräfte attraktiv zu halten

In Mecklenburg-Vorpommern sind nach Angaben der Wirtschaftsprüferkammer 59 Wirtschaftsprüfer und 14 vereidigte Buchprüfer bestellt (Stand 01.01.2018). Davon sind 24 Fachkräfte nur oder auch in eigener Praxis tätig; die anderen sind angestellte Wirtschaftsprüfer. Das Durchschnittsalter liegt zwischen 45 und 54 Jahren. „Der demografische Wandel in Mecklenburg-Vorpommern und der damit einhergehende steigende Fachkräftebedarf schlägt sich auch im Berufsfeld der Wirtschaftsprüfer nieder. Aber: Die Branche ist bereits aktiv und hat eine Reihe von Maßnahmen in die Wege geleitet, um den Berufsstand attraktiv zu halten“, sagte Rudolph.

Um mehr junge Menschen und auch bereits seit Jahren Berufstätige für den Beruf des Wirtschaftsprüfers anzusprechen, ist eine Modularisierung des Wirtschaftsprüfungsexamens nach dem Vorbild der Hochschulprüfung angedacht. Jeder Prüfling kann voraussichtlich ab 2019 selbst entscheiden, ob er wie bisher seine Prüfung im Block oder aber pro Modul ablegen möchte. So soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass die Stofffülle für das Wirtschaftsprüfungsexamen erheblich zugenommen hat. Die Prüflinge sollen die Prüfungsmodule auf mehrere Prüfungstermine verteilen können. Notwendig ist es, dass das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie das Prüfungsrecht entsprechend anpasst. „Die Modularisierung soll einen Anreiz für eine bessere Flexibilität bei der Familienplanung, bei der Entscheidung für die Absolvierung eines weiteren Studiengangs oder bei der Wahrnehmung von Auslandsstationen liefern“, sagte Rudolph.

Neues Berufsbild „Prüfungsfachwirt“ geplant

Zudem ist die Einführung des Fortbildungsberufes „Prüfungsfachwirt” geplant, der die Lücke zwischen einem Hochschulabschluss und dem Wirtschaftsprüferexamen schließt. Der Prüfungsfachwirt unterstützt danach den Wirtschaftsprüfer bei der Erfüllung seiner komplexen Aufgaben. Momentan werden in Abstimmung mit dem Bundeswirtschaftsministerium und unter Beteiligung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung die vorbereitenden Maßnahmen dafür geschaffen. „Die Qualifikation sehe ich als Anreiz für den Einstieg in die Wirtschaftsprüferbranche. Interessierte erhalten so eine Einsicht in die Praxis, ehe sie sich dem schwierigen Examen stellen würden“, sagte Rudolph.

Informationen zur Wirtschaftsprüferkammer

Die Wirtschaftsprüferkammer (WPK) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, deren Mitglieder alle Wirtschaftsprüfer (WP), vereidigten Buchprüfer (vBP), Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Buchprüfungsgesellschaften in Deutschland sind. Die WPK hat ihren Sitz in Berlin und ist für ihre über 21.000 Mitglieder bundesweit zuständig. Sechs Landesgeschäftsstellen in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, München und Stuttgart, die rechtlich nicht selbstständig sind, unterstützen die Arbeit der Hauptgeschäftsstelle in Berlin. Die gemeinsame Landesgeschäftsstelle für Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein hat ihren Sitz in Hamburg. Zu den Aufgaben der WPK gehören insbesondere die Berufsaufsicht über die Mitglieder, die Durchführung des Qualitätskontrollverfahrens sowie des Wirtschaftsprüfungsexamens.

In Mecklenburg-Vorpommern sind zum Stichtag 01.01.2018 59 Wirtschaftsprüfer und somit 3 weniger im Vergleich zum Vorjahr eingetragen (52 Männer, 7 Frauen). Von den vereidigten Buchprüfern sind in M-V 14 gemeldet (11 Männer, 3 Frauen).

Quelle: Pressemitteilung Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Nr. 287/18 vom 11.09.2018.
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