Angela Kolb: Cybergewalt ist reale Gewalt

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(BJP) Sachsen-Anhalts Ministerin für Justiz und Gleichstellung, Frau Prof. Dr. Angela Kolb, hat sich anlässlich der heute zu Ende gegangenen Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder (GFMK) in Wiesbaden für ein entschiedeneres Auftreten gegen jede Form von Cybergewalt ausgesprochen.

Die GFMK hat im Rahmen einer Entschließung festgestellt, dass Frauen und Mädchen von Cybergewalt und Cybersexism besonders häufig betroffen seien. „Drohungen und Beleidigungen im Internet sind kein rein virtuelles oder abstraktes Problem, sondern sind Spiegelbild der Lebenswirklichkeit, wie sie sich auf dem Schulhof, im Arbeitsleben und in allen gesellschaftlichen Bereichen jeden Tag abspielt. Es handelt sich deshalb um die Fortsetzung realer Gewalt mit digitalen Mitteln.“ Es sei ein Fehler, zwischen Attacken, die über das Netz vermittelt werden und real ausgeübter Gewalt zu unterscheiden. Beides ergänze sich und sei im schlimmsten Fall dazu geeignet, sich zu einer gefährlichen Gewaltspirale auszuweiten.

„Die schnelle und anonyme Verbreitung über das Internet kann zu einem Gefühl des völligen Ausgeliefertseins führen. Die Persönlichkeitsrechte der Opfer werden also besonders nachhaltig und dauerhaft verletzt.

Daher brauchen wir wirksame Schutzmechanismen“, so Kolb, die zugleich darauf hinwies, dass es spezielle Straftatbestände für Erscheinungen wie Cybermobbing und Cybergrooming  derzeit noch nicht gebe: „Ich fordere deshalb, dass wir das Strafrecht an die Gegebenheiten des digitalen Zeitalters anpassen.“

Die Gefahr der Entgrenzung sei allgegenwärtig, wobei Mädchen und Frauen beinahe ausschließlich betroffen seien, wenn es um sexistische Bloßstellungen gehe. Kolb betonte: „Wir müssen die rechtlichen Möglichkeiten und Hilfsangebote im Zeichen eines wirksamen Vorgehens gegen Cybergewalt ausschöpfen, vor allem aber die Medienkompetenz im Umgang mit dem Internet stärken.“ Die Politik müsse sich diesen Herausforderungen entschieden annehmen und als Schwerpunkt bei der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen begreifen.

Anja Schrott
Ministerium für Justiz und Gleichstellung
des Landes Sachsen-Anhalt
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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