Urteil des Bundesgerichtshof zu Anreden ist nicht auf der Höhe der Zeit

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Urteil des Bundesgerichtshof zu Anreden ist nicht auf der Höhe der Zeit Marjana Schott - linksfraktion-hessen.de - Foto Hanna Hoeft
(BJP) Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs zur Anrede in Formularen dürfen Frauen weiterhin in männlicher Form angeredet werden. Dazu erklärt Marjana Schott, frauenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag: „Wenn kleine Mädchen gefragt werden, ob sie Pilot werden wollen, sagt eine Mehrheit ‚Nein‘. Die gleiche Frage, allerdings in der weiblichen Form – willst Du Pilotin werden? –, beantwortet eine Mehrzahl der Mädchen mit ‚Ja‘. Das zeigt: Sprache ist bedeutsam, sie prägt unser aller Denken. Insofern ist der heutige Urteilsspruch des Bundesgerichtshofs ein Spiegel gesellschaftlicher Macht- und Denkstrukturen und sehr bedauerlich. Wenn im konkreten Fall alle Männer als ‚Kundin‘ angeschrieben und angesprochen würden, wäre heute mit hoher Wahrscheinlichkeit das gegenteilige Urteil gefällt worden.

Natürlich wäre ein Urteil zugunsten der Klägerin kein entscheidender Schritt gewesen, bei der völligen Gleichstellung von Mann und Frau entscheidend voran zu kommen – aber ein wichtiges  Signal hätte es schon werden können. Deutlich mehr Sensibilität für Sprache und die dahinter liegenden Machtstrukturen hätte den Richterinnen und Richtern am Bundesgerichtshof gut zu Gesicht gestanden.“

Quelle: Fraktion DIE LINKE im Hessischen Landtag

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